In einem fernen Königreich lebte einmal ein König. Und er hatte drei Töchter. Drei geliebte Prinzessinnen. Aber der König war immer betrübt und es gefiel ihm überhaupt nicht, dass die wunderschönen Töchter ständig nicht miteinander auskamen und sich stritten. Sie zankten sich überall und immer: beim Abendessen, bei Spaziergängen, bei Besuchen.
Eines Tages geschah während eines heftigen Streits etwas Ungewöhnliches. Es wurde plötzlich dunkel draußen, ein furchtbarer Donner rollte, ein heller Blitz zuckte auf. Und die Prinzessinnen verwandelten sich … in Hunde.
Am Abend, bevor der König schlafen ging, besuchte er seine Töchter, um ihnen süße Träume zu wünschen. Aber seine geliebten Töchter waren nicht da, stattdessen saßen drei kleine Hunde da. Der König konnte nicht denken, dass dies seine geliebten Prinzessinnen waren, und trieb sie aus dem Königreich.
Die Prinzessinnen irrten lange umher und gelangten schließlich in einen großen, dichten Wald. Hier war alles neu und fremd für sie. Eine Schwester-Hündin trat mit ihrer Pfote in eine Baumritze. So sehr sie auch versuchte, die Pfote herauszuziehen – es gelang nicht.
Plötzlich kam eine andere Schwester-Hündin zu ihr. Ihr tat ihre Schwester so leid, dass sie, ohne lange zu überlegen, ihr half, die Pfote herauszuziehen. Oh, ein Wunder!!! Die Hündin, die geholfen hatte, verwandelte sich sofort wieder in ein Mädchen!
So zogen sie weiter. Vorne gingen zwei Hunde, dahinter ein Mädchen-Prinzessin. Plötzlich erschien auf ihrem Weg ein alter Mann mit einem großen Korb voller Pilze. Der Alte stolperte plötzlich über einen Ast, fiel hin, und der Pilzkorb verstreute sich über die ganze Lichtung.
Eine der Hündinnen eilte schnell dem alten Mann zu Hilfe. Sie gab ihm ihre Pfote und der alte Mann stand auf. Die Hündin nahm den Korb und sammelte alle Pilze ein. Der alte Mann dankte ihr, und wieder geschah ein ungewöhnliches Wunder: Die Hündin verwandelte sich in eine Prinzessin.
Jetzt gingen zwei Schwester-Prinzessinnen und ein Hund. Aber plötzlich spitzte die Hündin die Ohren: Irgendwo in der Ferne weinte jemand. Sie rannte schnell zum Weinen hin. Auf einem Baumstumpf saß ein kleiner Junge. Er war sehr verängstigt, ganz allein, und weinte, weil er nicht wusste, wie er aus dem dichten, dunklen Wald herauskommen sollte.
Das Herz der Hündin wurde schwer, ihr tat der Junge so leid. Die Hündin zeigte ihm den Weg und begleitete ihn bis zu seinem Haus. Und wieder geschah ein Wunder! In demselben Augenblick wurde die letzte Hündin zu einem Mädchen-Prinzessin.
Die drei Schwestern machten sich auf den Weg in ihr Königreich. Sie vermissten ihren Vater-König sehr, daher erzählten sie ihm all ihre Abenteuer.
Der König freute sich über die Rückkehr seiner Töchter und ließ sich von ihnen versprechen, dass sie sich nie wieder streiten und zanken würden.
Und das Abenteuer wurde für die Schwestern eine gute Lektion.