Über Eis, ein Mädchen und einen Drachen
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Über Eis, ein Mädchen und einen Drachen

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Ein Märchen über den tapferen und gutherzigen Drachen Filka, in dem er ein Mädchen kennenlernt, das seine Mama verloren hat.

Eines Tages geriet Filka in große Schwierigkeiten, genauer gesagt – in einen großen Eisbecher. Das geschah genau nachdem er Sterne verschluckt hatte und eine ganze Woche lang Halsschmerzen hatte! Deshalb schlief der kleine Drache nachts schlecht und war tagsüber schlapp und zerstreut.

So fiel er direkt in dieses Eis. Und steckte bis zum Hals darin fest. Aus dem klebrigen, kalten Becher konnte er sich nicht befreien. So saß er einen halben Tag im Eis. Ihm blieb nichts anderes übrig, als auf Hilfe zu warten und zu essen. Und Kälte ist für feuerspeiende Drachen, und seien sie noch so klein, eine verderbliche Sache!

Nun, woher sollte Filka wissen, dass er kein Eis essen durfte? Er hatte ja auch nur ein bisschen gegessen – einen halben Becher, aber die Folgen waren schwerwiegend!

Nein, er erkältete sich nicht und bekam keine Mandelentzündung, nichts dergleichen. Aber jetzt konnte er kein richtiger feuerspeiender Drache mehr werden! Eigentlich können kleine Drachen noch nicht Feuer speien wie die Erwachsenen.

Aber wenn man sich anstrengt, kann man Rauch und sogar lustige rote Funken ausstoßen. Nach dem Eis waren Filka diese Fähigkeiten völlig abhandengekommen.

Er trauerte schrecklich um seine Lieblingsbeschäftigung – weder Rauch noch Funken konnte er mehr machen. Sein Freund Felix hatte Mitleid mit ihm, Thomas bedauerte Filka auch, aber es gab auch welche, die sich offen über ihn lustig machten. Friedrich ließ keine Gelegenheit aus, Filka zu necken.

Fiona hielt ihm ständig Moralpredigten und wollte ihn unbedingt zur Krankenstation schicken, und die Erwachsenen beachteten ihn überhaupt nicht. Es blieb nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden, aber von Zeit zu Zeit war es trotzdem sehr traurig.

So saß er eines Tages auf einem Ast und war still und traurig. Und er sah etwas! Im Park war es menschenleer, nur eine Person saß auf einer entfernten Bank. "Sieht aus wie ein Junges noch," dachte Filka. "Weint es etwa?".

Tatsächlich weinte auf der Bank ein kleines Mädchen. Sie schluchzte so sehr, dass Filka sie bedauerte. Aber näher heranzufliegen wagte er nicht.

Das ist ja was. Ein Mädchen, bestimmt. Hör mal, wie sie quietscht.

Sagte Felix, der aus dem Nichts aufgetaucht war.

So laute habe ich noch nie gesehen. Obwohl es hier unter dem Baum jede Menge von denen gibt.

Es gab schon lautere.

Sagte Friedrich, der Felix gefolgt war.

Filka, was machst du hier? Träumst du immer noch davon, Rauch zu machen? Oder hast du einfach jemanden gefunden, mit dem du weinen kannst?

Filka war ganz aufgeblasen, so sehr nervte ihn dieser Friedrich.

Wie seltsam sie sind, die Menschen.

Meldete sich Fiona zu Wort. Sie setzte sich auch auf ihren Ast.

Was für riesige Ungeheuer!

Ja, genau, Riesen.

Stimmte Felix zu.

Es wäre besser, wenn sie so wären wie wir. Dann würde ich vielleicht sogar helfen... na ja, der da, die heult.

Filka hörte ihnen zu, hörte zu und hielt es nicht mehr aus. Er flog direkt zu dem Mädchen. Er setzte sich neben diese riesige Heulsuse auf den Rand der Bank und war sofort ratlos. Was sollte er sagen? Womit sollte er sie trösten?

Und so schaute er das Mädchen einfach aufmerksam an. Sie verstummte plötzlich und sah Filka erschrocken an.

Du... noch... hicks... wer b-bist du?

Klar, wenn man so heult – ob man will oder nicht, man stottert.

Ich bin Filka. Und du?

Ich bin Anna. Woher kommst du?

Antwortete das Mädchen.

Ich? Vom Drachenbaum, von dem da.

Und Filka winkte in Richtung Haus.

Wow! Ich wusste nicht, dass dort jemand wohnt. Ich wohne in einem Haus, aber von hier aus kann man es nicht sehen, es ist weit weg.

Warum sitzt du dann hier ohne Kindermädchen, wenn das Haus weit weg ist?

Ich habe kein Kindermädchen. Ich war mit meiner Mama im Park spazieren, und sie hat sich verlaufen.

Filka sah, dass es schlecht aussah, gleich würde sie wieder anfangen zu heulen.

Willst du, dass ich dir etwas schenke?

Mit diesen Worten schnappte sich der Drache ein Blatt mit einer Raupe vom Boden und schleppte es zu seiner neuen Bekannten. Sie sprang kreischend von der Bank und wedelte mit den Händen nach ihm.

Schon gut, schon gut, keine Geschenke nötig, ich weine schon nicht mehr!

Sie setzte sich wieder hin und lächelte sogar ein bisschen.

Zeig mir lieber, wie du Feuer spuckst! Drachen sind doch alle feuerspeiend?

Da war es an Filka, düster zu werden.

Ich kann nicht.

Brummte er.

Na, dann eben nicht, sonst verbrennst du noch die Bank.

Urteilte sie. Plötzlich begannen von allen Seiten die anderen kleinen Drachen herbeizufliegen. Fiona plumpste mit Schwung direkt auf Annas Kopf.

Oh.

Erschrak das Mädchen. Und Friedrich flog direkt vor ihre Nase und begann demonstrativ an ihr zu schnüffeln.

Das ist ja ein Riese. Obwohl gar nicht so furchteinflößend, wie es von weitem schien!

Sagte Felix.

Und was für langes Fell sie auf dem Kopf hat.

Zupfte Thomas an ihrer hellen Haarsträhne.

Au!

Die Lippen des Mädchens schmollten beleidigt und ihre Augen glänzten wieder.

Warum belästigt ihr sie?

Empörte sich Filka. Aber keiner seiner Freunde dachte daran aufzuhören, sie diskutierten laut über das Mädchen, fassten sie an die Haare, an die Nase und schauten in ihre Ohren. Sie schrumpfte ganz zusammen und heulte wieder los. Da hielt es Filka zum zweiten Mal nicht mehr aus. Er wurde wütend und pustete!

Aber nicht mit Feuer – aus seinem Hals brach plötzlich ein echter Schneewirbel hervor. Eine ganze Salve Schnee traf Friedrich auf die Nase, und Felix und Fiona bekamen Reif auf die Ohren.

Das ist ja kraaaass.

Freute sich Felix. Alle kleinen Drachen flogen näher zum erstaunten Filka und baten ihn, den Trick zu wiederholen.

Er pustete sie gerne noch einmal an, erzeugte eine leichte Kette von Schneeflocken und kühlte allen die Gesichter.

Deshalb konntest du kein Feuer speien, du bist ein Schneespeier!

Erkannte Anna.

Oh, meine Mama ist da. Mama! Tschüss, Filka!

Und das Mädchen rannte zu ihrer Mama. Und der zufriedene schneespeiende Drache winkte ihr nach.

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