Es lebte einmal ein Mädchen namens Maruscha. Von morgens bis abends nervte sie ihre Mama und ihren Papa mit ihren Fragen.
Warum ist es nachts dunkel und tagsüber hell?
Warum verwandelt sich eine Raupe in einen Schmetterling?
Wozu hat eine Katze Schnurrhaare?
Warum schneit es im Winter?
Aber am meisten interessierten Maruscha die Bienen, denn sie mochte sie nicht und hatte Angst vor ihnen.
So bombardierte sie Mama und Papa mit Fragen:
Sind Bienen gut oder böse?
Warum stechen sie?
Und warum fliegen sie über die Blumen?
Und stimmt es, dass Bienen Honig machen?
Und eines Tages flog eine Biene durchs Fenster in Maruschas Zimmer. Sie summt und flattern an der Scheibe herum, kann aber nicht hinaus. Maruscha fasste Mut, ging zur Biene und fragte:
Bist du zu mir zu Besuch geflogen? Oder willst du mich stechen?
Aber nein, aber nein!
Die Biene zitterte mit ihren Flügeln.
Ich will dich überhaupt nicht stechen. Der Wind hat mich versehentlich zu deinem Fenster geweht. Ich war eigentlich auf dem Weg zur Arbeit – zu diesen Blumen dort
Die Biene deutete auf das Blumenbeet.
Und wozu brauchst du die Blumen?
Maruscha war überrascht.
Isst du sie etwa?
Aber nein!
Die Biene lachte wieder.
Ich sammle süßen Nektar von den Blumen. Ich trage ihn zum Bienenstock. Dort wird der Nektar in Honig verwandelt.
Willst du mir helfen?
Fragte die Biene plötzlich.
Natürlich will ich!
Das Mädchen klatschte in die Hände.
Aber schaffe ich das?
Ja, du schaffst das! Du schaffst das!
Die Biene beruhigte sie. Dann setzte sie sich auf Maruschas Handfläche und sprach singend:
Eins, zwei, drei! Werde zur Biene und flieg!
Im selben Moment verwandelte sich Maruscha in eine kleine Biene. Sie flogen zum Fenster hinaus und steuerten auf das Blumenbeet zu. Sie flogen von Blume zu Blume, sammelten Nektar und trugen ihn zum Bienenstock. Maruscha verlor völlig den Überblick, wie oft sie hin und her flog. Aber es gab keine Zeit zum Ausruhen – solange die Sonne scheint, muss der Nektar gesammelt werden. Sonst schließen sich die Blumen am Abend – dann kann man keinen Nektar mehr bekommen. Und der Bienenstock wird auch für die Nacht geschlossen, die Bienen müssen ruhen und Kräfte sammeln.
Bis zum Abend arbeiteten die Bienen, und Maruscha arbeitete mit ihnen. Sie war müde und erschöpft – keine Kraft mehr! Aber welch ein Wunder: Diese Müdigkeit war so angenehm! Maruscha hatte so etwas noch nie erlebt. Ihre Ärmchen und Beinchen waren erfüllt von einer wundersamen Schwere, und in ihrem Herzen war es angenehm und freudig!
Die Biene flog zu Maruscha und sagte:
Danke dir für deine Hilfe! Aber jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen. Eins, zwei, drei, vier, fünf! Werde wieder ein Mensch!
Das Mädchen konnte nicht mal mit den Augen zwinkern, da war es schon wieder in seinem Zimmer.
Nach diesem Abenteuer hatte Maruscha keine Angst mehr vor Bienen. Im Gegenteil, sie begann, sie zu respektieren. Denn sie arbeiten ständig und bringen großen Nutzen: Sie bestäuben Blumen, sammeln Nektar und machen Honig!