Ich habe keine Angst vor Impfungen!
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Ich habe keine Angst vor Impfungen!

Autor: Слюнченко Анна Андреевна
Ein modernes therapeutisches Originalmaerchen fuer Kinder darueber, wie man die Angst vor Impfungen ueberwindet und einen Virus bekaempft! Und dabei helfen uns Freunde – Waldtiere.

In einem fernen, fernen Wald, auf einer sonnigen Waldlichtung, lebte eine Hasenfamilie: Papahase, Mamahase und kleine Hasenkinderchen.

Der aelteste Hasenjunge hieß Kolia, er war mutwillig und ausgelassen, aber kuemmerte sich immer um seine Schwestern, die Anja und Manja hießen. Anja war mutig und fuerchtete sich nie vor Fuechsen oder Woelfen. Oft spielten sie und ihr Bruder Kolia auf der Lichtung und aergerten die Raubtiere. Dann liefen sie schnell in verschiedene Richtungen davon, so schnell, dass die Jaeger die Faehrte verloren. Manja war dagegen bescheiden und ein wenig feige. Sie spielte gerne mit den aelteren Hasenkindern, aber hielt sich immer von gefaehrlichen Spielen fern.

Alle Waldtiere lebten freundschaftlich zusammen und unterstuetzten sich gegenseitig. Aber eines Tages schlich sich ein Virus in den Wald und die Tiere wurden krank. Da gerieten alle in Panik und Angst, und der aelteste im Wald – der Baer – beauftragte jemanden, eine Loesung gegen den Virus zu finden. Waehrend es noch keine Loesung gab, verbot er alle Spiele auf den Lichtungen und Wiesen. Der Wald wurde still.

Der Papahase arbeitete als Waldwissenschaftler und Forscher, er erkannte schnell, dass man einen Impfstoff erfinden musste, um den Virus zu besiegen und damit alle wieder spielen und sich in der Natur freuen konnten. Er arbeitete lange an der Formel, aber schließlich praesentierte er das fertige Ergebnis auf einer Waldversammlung. Alle Tiere waren froh und eilten zur Impfung. Der Baer beglückwuenschte den Hasen persoenlich zu seiner Erfindung.

Zur Impfung bildete sich eine lange Schlange, dort waren alle-alle Waldbewohner. Die Igel standen hinter den Eichhoernchen, und die Eichhoernchen hinter den Elchen. Natuerlich kamen auch die Hasenkinderchen zur Impfung. Nur einer fehlte in dieser Schlange – das Hasenmadchen Manja. Sie hatte sehr Angst vor Spritzen und wollte sich einfach nicht impfen lassen.

Manjas Bruder und Schwester liessen sich schnell impfen und gingen spielen mit ihren Freunden, Mama und Papa liessen sich auch impfen, sie gaben den anderen Tieren ein Vorbild.

Aber Manja ging nicht zur Spritze. Denn das war so erschreckend!

Maenchen, Haeschen, du musst dich impfen lassen, sonst kannst du nicht mit deinem Bruder und deiner Schwester auf der Lichtung spielen! – ueberredete die Mama die Manja.

Muetterchen, wie kannst du das nicht verstehen, ich habe sehr große Angst. Ich verspreche dir, ich werde alles tun, ich werde dir im Haus helfen, Moehren putzen, Spielzeug aufraeumen, nur bitte, muss ich denn wirklich eine Spritze bekommen? – bat das kleine Haeschen die Mama unter Traenen.

Wenn du dich jetzt nicht impfen laesst, kannst du dich mit dem schrecklichen Virus anstecken und dann hast du ganz sicher keine Lust zum Spielen.

Na und! Ich werde trotzdem rausgehen und spielen! – sagte das Haeschen trotzig und rannte hinaus zu ihrem Bruder und ihrer Schwester.

Am naechsten Tag wurde Manja krank, genau wie die Mama gesagt hatte. Ihr Hals tat sehr weh und sie konnte nicht einmal sprechen. Und Manja bekam auch noch Fieber und konnte nicht aus dem Bett aufstehen. Den ganzen Tag lag sie da, war traurig und schaute aus dem Fenster. Dort auf der Lichtung vor dem Haus spielten Kolia und Anja Fangen, und der Papa bewaesserte den Kohl im Garten. Die Sonne schien. Die Voegel sangen.

Der Arzt kommt, Manja – sagte die Mama und schaute ins Zimmer.

Manja nickte nur stumm.

Der Kinderarzt im Wald war eine alte Eule, die Philipp Sawwitsch hieß. Er untersuchte das Hasenmadchen gruendlich und verschrieb ihr Tabletten. Als er gerade gehen wollte, hoerte er, dass Manja ihn leise rief.

Philipp Sawwitsch, sagen Sie, kann ich mich jetzt impfen lassen...? – fragte das Haeschen leise.

Wie denn, hast du denn keine Angst mehr vor Spritzen?

Ich habe sehr Angst... aber ich will nicht krank sein.

Ach, du Dummerchen, warum bist du denn nicht gleich zur Impfung gegangen? Warum hast du dich so gefuerchtet?

Ich mag einfach keine Nadeln – gab Manja zu.

Moechtest du, dass ich dir einen Trick zeige? – sagte die Eule geheimnisvoll.

Ja, das wuerde mir helfen, mich von meiner Krankheit abzulenken.

Die Eule rief Manjas Mama und fluesterte ihr etwas ins Ohr. Die Mama kam zu ihrer Tochter, umarmte sie und sagte:

Haeschen, schau mir jetzt nur in die Augen, ja? Das wird unser Spiel sein.

Okay! – munterte sich Manja auf.

Inzwischen nahm der Arzt ihre Hand und desinfizierte sie, aber Manja bemerkte das gar nicht.

Wiederhole nach mir, Toechterchen.

Ich bin bereit, Mama!

Ich habe keine Angst vor Spritzen!

Ich habe keine Angst vor Spritzen!

Ich lasse mich ganz mutig impfen!

Manja zoegerte einen Moment, aber dann entschloss sie sich und sagte:

Ich lasse mich ganz mutig impfen! Au! – das war alles, was sie sagen konnte.

Die Mama laechelte. Die Eule schaute sie an und zwinkerte.

Mama, spielen wir weiter, was muss ich noch wiederholen?

Nichts mehr, Toechterchen, das war alles.

Aber Philipp Sawwitsch hat uns versprochen, einen Trick zu zeigen! Stimmt's? – fragte sie den Arzt.

Ich habe ihn dir schon gezeigt, Manja! – antwortete dieser froelich, – Schau auf deine Schulter.

Manja bemerkte auf ihrer Schulter eine kleine Stelle von der Spritze. Aber sie konnte nicht verstehen, wie das passiert war.

Oh! Wie ist das denn passiert? – sagte sie verwirrt, – Ist das Zauberei?

Nein, Maenchen, das ist die Impfung! Du hast gar nicht bemerkt, wie ich dir die Spritze gegeben habe, weil du nicht auf die Nadel geschaut hast, sondern mit deiner Mama gespielt hast. Du bist sehr mutig, dass du dich dazu entschlossen hast.

Wow! Das bedeutet, ich habe keine Angst mehr vor Impfungen? – wunderte sich Manja.

Das scheint so zu sein! – lachten die Erwachsenen.

Das bedeutet, ich kann jetzt rausgehen und spielen? – fragte das Haeschen hoffnungsvoll.

Noch nicht, Maenchen, die Impfung braucht Zeit zu wirken. Dir wird es in ein paar Tagen besser gehen – sagte die Mama.

Manja war traurig, aber sie verstand, dass sie nur ein wenig warten musste und dann wuerde es ihr besser gehen. Zudem wuerde sie sich mit jedem Tag besser fuehlen. Die Mama begleitete den Arzt hinaus. Beim Abschied warnte er sie:

Achten Sie genau auf Manjas Befindlichkeit, die Impfung kann kleine Nebenwirkungen haben. Aber das ist nicht unbedingt der Fall. Die Hauptsache ist, sich keine Sorgen zu machen, denn das ist ganz normal. Aber bald wird Manja vor keinem Virus mehr Angst haben.

Danke schoen, Philipp Sawwitsch, Sie sind ein echter Zauberer.

Nach nur einer Woche spielte Manja schon wieder mit ihrem Bruder und ihrer Schwester draußen, und sie erzaehlte allen ihren Freunden, dass man vor Impfungen keine Angst haben muss, man muss nur nicht an die Spritze denken und nicht auf die Nadel schauen. Sie bekam keine Nebenwirkungen, wie der Arzt sie genannt hatte.

Sie rannte durch den Wald und verkuendete freudig jedem Tier, das ihr begegnete: "Ich habe keine Angst vor Impfungen!"

Das Märchen Ich habe keine Angst vor Impfungen! ist im FB2-Format für Telefone, Tablets, Computer und E-Book-Reader verfügbar.
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