Im Dorf Dubrovskoye lebte ein Kater namens Lausbub. Man nannte ihn so, weil er vor allem gerne Unsinn trieb, alle neckte, lange im Hof spielte. Außerdem liebte Lausbub leckeres Essen und Nickerchen auf dem grünen Gras im Garten.
Der beste Freund des Katers war sein Besitzer Kolya Knopkin. Das war ein kleiner Junge, der mit Mama und Papa in einem Haus am Rande des Dorfes neben einem dichten Wald lebte. Die Freunde verbrachten viel Zeit zusammen. Sie spielten im Garten und im Hof, gingen in den Wald. Lausbub sammelte gerne Beeren, während Kolya Pilze sammelte.
Aber alles änderte sich, als der Junge in die erste Klasse seiner Dorfschule kam. Er war ein fleißiger Schüler. Es blieb weniger Zeit zum Spielen mit seinem Haustier. Der Kater war beleidigt von Kolya und vermisste ihn sehr, wenn der Junge im Unterricht war.
Kolya erklärte seinem Freund, dass Lernen sehr wichtig ist und dass jeder lernen muss. Aber Lausbub sagte, dass es ihm auch ohne Schule gut geht.
Ja, ich kann weder lesen noch rechnen noch schreiben. Ich brauche das überhaupt nicht! — miaute der flauschige Kater mürrisch.
Das solltest du nicht sagen! Möchtest du, dass ich mit dir lerne? — sagte Kolya immer wieder.
Nein, ich will nicht! — antwortete Lausbub hartnäckig.
Nach solchen Gesprächen lief der Kater zum Spielen in den Hof, meistens aber in den Wald. Dort hatte er noch einen Freund — das Häschen Langöhrchen. Die Freunde liebten es, auf Waldpfaden zu laufen, an Blumen zu schnuppern, bunten Schmetterlingen nachzujagen und im Schatten unter der Fichte zu liegen.
Eines Tages kam Lausbub in den Wald, konnte aber das Häschen nicht finden. Er wartete sehr lange auf der Waldlichtung auf ihn. Als sie sich endlich trafen, erfuhr der Kater, dass Langöhrchen wie Kolya auch Schüler geworden war. Er geht zur Schule.
Es gibt eine Schule im Wald? — fragte der Kater das Häschen.
Natürlich! Unsere Waldschule, — antwortete der Freund stolz.
Aber warum musst du lernen? — fragte Lausbub weiter.
Das ist mein Traum! — antwortete Langöhrchen. — Man muss gut lesen können. Denn aus Büchern kann man viel Interessantes erfahren. Zum Beispiel über ferne Länder, Meere und Ozeane, über wunderbare Tiere, die weit, weit weg leben. Ich bin sehr neugierig!
Lausbub dachte ernsthaft nach, denn beide seine Freunde gingen jetzt zur Schule. Und nur er allein war kein Schüler.
Langöhrchen, ich bin kein Waldbewohner. Aber vielleicht nehmen sie mich auch in die Waldschule auf?
Natürlich! Wir werden zusammen an einem Pult sitzen und gemeinsam lernen! Ich freue mich sehr!
Kolya sagte der Kater nichts, hielt alles geheim. Jeden Morgen ging der Junge in seine Schule, und Lausbub in seine. Das Lernen gefiel ihm sehr gut. In der Waldschule bekam der Kater neue Freunde.
Die Zeit verging. Lausbub lernte lesen, rechnen und schreiben. Er war ein fleißiger Schüler. Jetzt konnte der Kater interessante Bücher lesen. Besonders liebte er Märchen.
Kolyasgeburtstag kam. Am Morgen bekam der Junge eine E-Mail-Glückwunsch von Lausbub. Kolya konnte seinen Augen nicht trauen. Der Junge dachte, dass jemand ihn verarscht. Aber dann kam der Kater mit einem großen Blumenstrauß ins Zimmer, den er mit Langöhrchen im Wald gesammelt hatte. Lausbub offenbarte Kolya sein Geheimnis. Die Gesichter der Freunde strahlten vor Freude. Jetzt wurde ihre Freundschaft noch stärker.
Lausbubs liebste Beschäftigung wurde das Lesen von Märchen zusammen mit Kolya. In solchen Momenten waren beide absolut glücklich.