Der Drache, der keine Frikadellen mochte
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Der Drache, der keine Frikadellen mochte

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Ein weiteres Märchen über den Drachen Philipp, das diesmal von seiner Abneigung gegen die Frikadellen der alten Kinderfrau Agatha erzählt.

Mit dem Essen hatte der Drache Philipp ein ganz gutes Verhältnis. Er liebte zischend heiße Erbsen, Salat aus Möhrenstäbchen, saftige rosafarbene Drachenfrüchte und sogar Regenbogensuppe.

Aber Frikadellen konnte Philipp nicht ausstehen. Sobald sie auf den Tisch kamen, rümpfte er sofort die Nase. Einfach "pfui" und "bäh", was für ein Geruch und Geschmack diese Frikadellen hatten. Dabei muss man sagen, dass dieses Gericht auf dem Baum in hohem Ansehen stand, und alle anderen Drachenkinder wunderten sich, warum Philipp die Frikadellen nicht mochte. Die Kinderfrau war überhaupt empört.

Die frischesten, zartesten, appetitlichsten. Warum die Nase rümpfen??

Und die alte Frau funkelte den Nichtesser Philipp böse an. Er fürchtete sich ein wenig vor ihrer langen Krokodilschnauze, und deshalb stocherte er seufzend in den Frikadellen herum und saß am längsten von allen am Tisch.

Erst wenn Agathas Geduld zu Ende war, durfte er davonlaufen und das kalte Essen auf dem Teller zurücklassen. An einem dieser elenden Tage kam der dicke Thomas Philipp unerwartet zu Hilfe.

Phil, warum quälst du dich die ganze Zeit mit den Frikadellen? Willst du, dass ich sie für dich esse und du der Kinderfrau den leeren Teller zeigst? Dann ist es gut für dich, für mich und für sie.

Natürlich will ich das! Hier, iss!

Philipp freute sich. Thomas erwärmte die Frikadelle sofort mit seinem Atem und schluckte sie genüsslich hinunter. Zufrieden mit ihrer Idee rannten die Drachenkinder schnell aus der Küche. Im Vorbeigehen zeigte Philipp der Kinderfrau den leeren Teller. Jetzt musste er nicht mehr zwei Stunden über dem Essen sitzen. So ging es von diesem Tag an.

Sobald es Frikadellen zum Mittagessen gab, war Thomas zur Stelle und half Philipp aus der Patsche. Aber die alte Agatha hatte nicht umsonst so eine lange Nase. Und deshalb erfuhr sie bald, dass Philipp sie an eben dieser Nase herumführen wollte.

Die Kinderfrau wurde wütend, ließ sich aber nichts anmerken. Die alte Frau erwischte ihn beim Hinausgehen mit einem weiteren leeren Teller.

Ich sehe, Philippchen, wie gut du meine Frikadellen jetzt isst. Schau mal, was ich für dich vorbereitet habe – einen Nachschlag.

Die Kinderfrau sprach liebevoll. Und reichte ihm eine warme Papiertüte.

Iss noch eine Frikadelle, mach der alten Frau eine Freude.

Philipp wurde ganz grün.

Gut, nur... ähm... ich später... nachher.

Der Drache log.

Nimm sie, aber vergiss nicht, mir die leere Tüte zurückzugeben. Ich kann sie noch gebrauchen.

Agatha zwinkerte. Philipp musste dringend Thomas suchen.

Ich habe heute ganze drei Frikadellen gegessen – Agatha hat mir selbst Nachschlag gebracht. Ich kann nicht mehr – ich bin vollgestopft.

Was soll ich denn damit machen? Die Kinderfrau hat gesagt, ich soll die Tüte leer zurückgeben!

Leer? Na dann wirf sie weg, diese Frikadelle, dann hast du eine leere Tüte.

Sagte Thomas und flog mit Mühe in die Luft davon. So machte es Philipp auch, und dann ging er zur Kinderfrau. Er sah zu, wie die zufriedene alte Frau die Tüte öffnete.

Warum hast du die Frikadelle nicht gegessen? Hast du es wohl vergessen?

Philipp wäre fast vom Ast gefallen! Woher kam die Frikadelle? Er hatte sie doch persönlich unter den Baum geworfen... Es half nichts, er musste die Tüte wieder mitnehmen. Philipp rannte direkt zu Thomas.

Der wunderte sich auch über die neue Frikadelle, beschloss aber trotzdem zu helfen und aß sie, nachdem er seine Kräfte gesammelt hatte. Diesmal schaute Philipp klugerweise in die Tüte, bevor er sie abgab. Die Frikadelle war da.

Er musste sie einer neuen Prüfung unterziehen – sie in den Bach werfen. Aber weder der kalte Bach, noch die zuverlässige Truhe seines Freundes Friedrich, noch ein Berg von Blättern – nichts half.

Die Frikadelle tauchte immer wieder in der Tüte auf. Philipp versuchte, sie zu zertrampeln und bat sogar einen bekannten Erwachsenen, sie zu verbrennen, alles war vergeblich.

Und am Abend verkündete Agatha ihr Urteil – kein anderes Essen, bis er die Frikadelle gegessen hatte. Philipp ging ohne Abendessen ins Kinderzimmer. Er schlief schlecht und am nächsten Morgen musste er notgedrungen eine willensstarke Entscheidung treffen – diese unglückselige Frikadelle direkt vor der Kinderfrau zu essen.

Beim Frühstück schlurfte der Drache zaghaft zu Agatha, Thomas stieß ihn aufmunternd in den Rücken, und Friedrich zwinkerte ihm zu.

Agatha grinste über ihr ganzes Maul, zeigte Philipp auf den nächsten Tisch und setzte sich dann daneben und wartete.

Das Drachenkind hielt den Atem an, um den Geruch der Frikadelle nicht zu spüren, und öffnete die Tüte. Seltsam, aber drinnen war es heiß. Die Frikadelle sprang auf den Teller, so frisch und appetitlich, dass das hungrige Drachenkind vor Überraschung Luft durch die Nase zog.

Er roch plötzlich ihr fantastisches Frikadellenaroma. Und biss sofort in die Seite. Sie war so lecker!

Der hungrige Philipp verschlang die Frikadelle in einem Zug und schaute die Kinderfrau verwundert an. Sie lachte ohrenbetäubend, tätschelte seinen stacheligen Nacken und ging das Geschirr spülen.

Und Philipp schaute heimlich in die Tüte und fischte die nächste Frikadelle heraus. Die Tüte hatte also ein Geheimnis, und die Frikadellen waren wirklich erstklassig!

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