In einer Frühlingsnacht konnte der kleine Drache Felix nicht schlafen. Sein Schwanz störte ihn beim bequemen Liegen, die Flügel piksten seine Nase, und die Stacheln auf seinem Rücken verfingen sich unangenehm in der Decke.
Und dann begann auch noch sein Magen zu knurren. Das war wirklich nicht in Ordnung – mit leerem Magen zu schlafen. Er musste leise aufstehen und an der alten Kinderfrau Agatha vorbei zum Ausgang schleichen. Zum Glück schnarchte sie sehr laut, sodass sie nicht hörte, wie die Holztür mit dem Buchstaben F quietschte.
Felix ging hinaus und überlegte. Was sollte er essen? Nachts zur Küche fliegen? Stattdessen schlenderte er einfach auf seinem Ast entlang, wohin seine Augen ihn führten. Und seine Drachenaugen blickten mutig nach vorne. Und ein bisschen nach oben. Als er bis zum Ende des Astes vorgedrungen war, konnte er ein bewunderndes "Wow!" nicht zurückhalten.
Vom Himmel schauten ihn Trauben heller Sterne an, die den nächtlichen Baum beleuchteten. Sie funkelten und glitzerten wie Tau im Gras. Und Tau liebte Felix. Er war doch so süß. Er leckte sich sogar die Lippen.
Der Drache schaute sie an und an, und plötzlich erinnerte er sich daran, wie hungrig er war! Und schon begann er, diese Sterne zu verschlingen. Felix schluckte die Sterne schnell und wahllos: kleine und große, helle und mattere. Er kam erst wieder zu sich, als es rundherum ganz dunkel wurde.
Oh! Was ist das? Warum ist es so dunkel? Oh, ich sehe nichts, wie schrecklich!
Felix erschrak. Und dann tat ihm der Bauch weh. Der Drache senkte den Kopf und schaute hinunter: Er war ganz aufgebläht und leuchtete ein wenig von innen, wie eine kaputte Laterne. In seinem Bauch wurde es ganz schlimm, und er brüllte vor heißen Tränen. So laut, dass alle auf dem Drachenbaum aufwachten.
Und sofort begann ein Durcheinander, die Drachen traten sich gegenseitig auf Flügel, Köpfe und Schwänze, jemand fiel hin und stolperte. Und jemand hätte fast ein Feuer entfacht, als er versuchte, sich den Weg zu beleuchten. Die Finsternis war undurchdringlich. Und nur Felix' Bauch schimmerte leicht inmitten dieses ganzen Chaos.
Sehr bald versammelten sich die Bewohner des Baumes um die einzige Lichtquelle. Die Kinderfrau schüttelte den Kopf, der strenge Lehrer Xenophon schaute Felix aufmerksam an, die anderen flüsterten kaum hörbar und versuchten herauszufinden, was los war.
Schließlich wandte sich Xenophon an den Verursacher der plötzlichen Versammlung:
Was machst du hier, Kleiner?
Von dem strengen Ton brüllte Felix so laut, dass Rauch aus seinen Ohren quoll. Da sprach der Lehrer sanfter mit ihm.
Aus welchem Zimmer kommst du?
Mein Zimmer ist unter dem Buchstaben F.
Schniefte der kleine Drache. Kinderfrau Agatha nickte.
Und wie bist du hierher gekommen?
Fragte sie.
Ich wollte etwas essen.
Sagte Felix.
Warst du denn hungrig? Zum Abendessen gab es doch erstklassige Frikadellen!
Empörte sich die alte Frau. Ihr Gesicht, das eher einem Krokodil glich, zitterte richtig.
Ich mag keine Frikadellen.
Flüsterte Felix kaum hörbar.
Warum bist du dann nicht in die Küche gegangen?
Rief jemand aus der Dunkelheit. Alle nickten sofort und stimmten zu.
Ich weiß nicht. Ich ging auf dem Ast entlang und sah sie plötzlich.
Wen meinst du mit "sie"?
Fragten sie aus der Menge.
Die Sterne.
Felix hob die Nase und schaute dorthin, wo früher die Sterne leuchteten. Und erst da verstanden die Drachen, warum es so dunkel geworden war.
Hast du etwa alle Sterne gefressen?
Schrien und empörten sie sich von allen Seiten.
Nicht alle. Nur die, die ich erreichen konnte.
Sagte Felix. Alle begannen wieder durcheinander zu reden. Sie überlegten dringend, was mit Felix zu tun sei.
Man muss ihn kopfüber aufhängen – dann fallen sie von selbst heraus.
Sagten die einen.
Nein, hier muss man radikalere Methoden anwenden.
Sagten die anderen.
Wovon redet ihr, man muss den kleinen Drachen sofort zum Arzt bringen. Vielleicht ist eine Operation nötig!
Verkündete Xenophon. Und bei diesen Worten wurde Felix viel unruhiger als bei den unbekannten "radikalen Methoden" und der Aussicht, kopfüber zu hängen.
Vor Schreck begann der Drache laut zu hicksen. Und plötzlich sprang ein Sternchen aus ihm heraus. Erst eines, dann ein zweites. Und mit jedem Hickser flogen sie immer häufiger heraus.
Es wurde ganz hell, weil all diese Sterne über dem Baum schwebten und es nicht eilig hatten, wieder nach oben zu steigen. Bald waren die Sterne in Felix' Bauch alle draußen. Die Erwachsenen waren fast alle gegangen. Beim kleinen Drachen blieben nur die alte Kinderfrau und Xenophon.
Na, hat es dir geschmeckt?
Fragte der Lehrer müde.
Nein, es hat nicht geschmeckt. Sie sind so stachelig und kalt, diese Sterne. Nur der Bauch hat wehgetan. Und ich habe immer noch Hunger.
Felix schaute zum Himmel und drohte den Übeltäterinnen mit der Faust.
Ihr hättet mir nicht den Bauch stechen sollen, hängt lieber da oben und leuchtet.
Und bei sich dachte er: "Aber der Mond da oben ist so gelb, bestimmt süß. Den hätte ich besser beißen sollen, Felix, du Dummkopf."
Mit solchen Gedanken ging der kleine Drache hinter der alten Kinderfrau Agatha her in sein Bettchen, und sie zitterte weiter, schüttelte missbilligend den Kopf und brummte leise über die erstklassigen Frikadellen.