Der Tag neigte sich dem Ende zu und wie immer gab es ein Bad, eine Gute-Nacht-Geschichte und suessen Schlaf. Aber aus irgendeinem Grund konnte das Maedchen Evanja einfach nicht einschlafen. Sie waelzte sich von einer Seite zur anderen und wartete auf den Schlaf, der sich verzoegerte.
Da wehte ein Lueftchen durch das Fenster, bewegte den Vorhang und die Tuer oeffnete sich einen Spalt. Eine schwarze Schnauze erschien – die von Toddy, dem Hund, der Evanjas Schlaf gewissenhaft behuetete.
Bist du es?! Ich haette mir ja schon Angst eingejagt.
Sagte Evanja. Gerade wollte sie das Kissen zurechtzuecken und sich bequemer hinlegen, als sie einen hellen Mondstrahl bemerkte, der durch einen Spalt im Vorhang drang. Er schien zu laecheln und lud sie ein, hinaufzugehen und den Mond zu besuchen. Das waere wirklich wunderbar, dachte das Maedchen.
Toddy legte sein Schnauezchen auf das Bett und sagte:
Steig auf!
Evanja war sehr neugierig. Obwohl ich erst vier bin, habe ich keine Angst. Evanja kletterte auf den Ruecken des Hundes und … oh Wunder – schon rasen sie nach oben, der Wind zerzaust die Zoepfe, das Mondlicht laesst sie blinzeln.
Wie schoen!
Kaum hatte Evanja das gesagt, leuchtete das helle Mondlicht grosse Wolken auf, und auf ihnen sahen viele kleine, interessante, helle Maennchen mit Fluegeln.
«Wer koennte das sein?» – blitzte es durch Evanjas Kopf. Als Antwort auf ihre stumme Frage hoerte sie duenne Stimmen:
Willkommen, kleine Evanja! Wir sind winzige Mondfeen. Moechtest du mit uns befreundet sein?
Eine der winzigen Feen flog zu Evanja und blies eine Feder von ihrer Handflaeche.
Fang sie, wenn du uns sehen moechtest, blase dreimal auf die Feder.
Sagte die kleine Fee.
Oh, das ist ein Traum, natuerlich ein Traum!
Sagte Evanja. Da bellte Toddy und Evanja oeffnete die Augen. Sie lag in ihrem Bett, und neben ihr wedelte Toddy mit dem Schwanz.
Ja, das war ein magischer Traum!
Sagte das Maedchen und schlug die Decke zurueck, um aus dem Bett zu steigen. Da bemerkte sie auf dem Kissen eine Feder, genau wie im Traum.
Was ist das?
Sagte Evanja ueberrascht.
Das ist einfach ein Wunder!
Rief das Maedchen aus.
Jetzt werde ich an Wunder glauben, ich hatte Recht, als ich Mama sagte, dass Magie in der Naehe lebt. Und die Feder ist der Beweis dafuer.
Sie sprang aus dem Bett, schluepfte in ihre Hausschuhe und lief freudig los, um es Mama zu erzählen.
Evanja wusste, dass grosse, interessante und spannende Abenteuer auf sie warteten.