Weit, weit weg, jenseits von Meeren und Bergen, im Himmelreich (in der Nachbarschaft von Sonne und Mond) lebte ein kleines Kind — eine Wolke namens Pufik. Er war sehr fröhlich und sorglos. Pufik liebte es, über den Himmel zu spazieren, zusammen mit seiner guten und sanften Mutter — der Kumuluswolke und seinem starken großen Vater Donner, die ihn sehr liebten.
Oft fuhren sie zu dritt über den ganzen Himmel und bewunderten die märchenhafte Natur.
Eines Tages flog Pufik ohne seine Eltern spazieren. Es war lustig und erfreulich für ihn, von oben auf so kleine Kinder wie sich selbst hinabzuschauen. Sie lachten und freuten sich über das schöne sonnige Wetter. Aber plötzlich wurde Pufik traurig. Er wollte mit ihnen sorglos die Sonne genießen, Sonnenstrahlen fangen, herumrennen und Verstecken spielen. Und er beschloss, auf sie zuzugehen, um sie kennenzulernen.
Hallo, ich heiße Pufik, ich lebe im Himmel. Lasst uns zusammen spielen. Ich würde gerne mit euch befreundet sein.
Was kannst du denn?
Fragten die Kinder.
Ich weiß nicht.
Sagte die Wolke verwirrt.
Kannst du Fangen spielen?
Fragten die Kinder.
Nein, das kann ich nicht.
Antwortete die Wolke.
Und Ball spielen?
Ball spielen?
Fragte die Wolke nach.
Oh, das kann ich auch nicht, ich habe keine Hände wie ihr.
Aber womit wirst du denn mit uns spielen?
Fragten die Kinder verwirrt.
Du kannst ja gar nichts spielen. Nein, wir wollen nicht mit dir befreundet sein. Du bist nicht gut, du blockierst uns die Sonne.
Sagten die Kinder.
Du bist nicht wie wir, und du kannst nicht mit uns spielen. Geh weg, wir wollen nicht mit dir befreundet sein.
Wiederholten die Kinder noch einmal. Und die Wolke flog davon. Ihr ging es sehr schlecht. Sie fühlte sich unerwünscht und verlassen.
Niemand liebt mich. Niemand will mit mir spielen, ich kann nichts. Warum bin ich nicht wie diese Kinder?
Schluchzte sie durch Tränen. Sie wollte weit, weit weg fliegen, damit sie niemand sehen würde.
Wenn mich niemand liebt, wozu bin ich dann hier, wozu soll ich leben? Und meine Eltern lieben mich wahrscheinlich auch nicht, sie bemitleiden mich nur, weil ich nichts kann, mir gelingt nichts.
Dachte die kleine Pufik. So trieb die Wolke lange über den Himmel, bis sie in eine Wüste kam, wo sie so traurig wurde, dass sie noch heftiger weinte, und ihre kleinen Tränen, bitter auf die Erde fallend, bildeten einen wunderschönen blauen See. Und die Wolke weinte und weinte, bis sie die Stimmen von Tieren und Vögeln, Pflanzen und Bäumen hörte. Diese Stimmen von der Erde dankten ihr dafür, dass sie ihren Durst gestillt und sie mit neuem Leben erfüllt hatte.
Und in diesem Moment verstand die kleine hilflose Wolke mit dem schönen und zarten Namen Pufik, dass sie auch etwas konnte, dass sie etwas in diesem Leben bedeutete und anderen Freude schenken konnte. Und vor allem verstand sie, dass sie alles liebte, was sie umgab, und spürte, dass sie jemand sehr brauchte, dass man sie liebte, auf sie wartete und auf sie hoffte.
Von all dem wurde ihr plötzlich sehr fröhlich und leicht. Alle Tiere und Vögel begannen, die kleine Wolke zu preisen:
Es lebe die Wolke! Du bist die beste Wolke der Welt! Du bist so schön, leicht und flauschig, wir lieben dich sehr und möchten, dass du unser Freund wirst!
Riefen sie. Pufik war glücklich! Er flog zurück zu der Wiese, wo die Kinder spielten, die ihn so verletzt hatten. Aber er war nicht mehr böse auf sie, denn er hatte vieles verstanden. Die Sonne schien, es war sehr heiß und alle wollten sommerliche Kühle. Dann beschloss Pufik, alle zu erfreuen und ließ einen sanften Sommerregen auf die Erde fallen. Die Kinder sprangen begeistert in den Pfützen herum und streckten ihre Hände zum Himmel. Und dann sahen sie am Himmel genau die kleine Wolke, die ihnen so viel Freude bereitet hatte.
Liebe Wolke. Geh nicht weg, lass uns Verstecken mit dir spielen. Lass uns mit dir befreundet sein!
Riefen sie.
Für die kleine Pufik war dies die größte Belohnung für ihre Mühe. Sie verstand, dass man nur versuchen muss — und dann findet man bestimmt viele gute Freunde.
Die Sonne schien, das Wetter war wunderbar, über den Himmel trieb fröhlich eine kleine weiße flauschige Wolke, und unten auf dem Gras liefen Kinder herum und versuchten, ihren neuen Freund zu fangen. Sie kreisten lange im Reigen und sangen Pufik ihre Lieblingssongs vor.
Schlüsselsatz:
Ich bin nicht wie alle anderen. Niemand will mit mir befreundet sein!
Diskussionsfragen
Warum dachte Pufik, dass ihn niemand liebte?
Warum wurde Pufik fröhlich und leicht? Was verstand er?
Ist dir jemals etwas Ähnliches passiert?