Zwei Mädchen und ein Kätzchen
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Zwei Mädchen und ein Kätzchen

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Ein lehrreiches Märchen über ein kleines graues Kätzchen und zwei kleine Mädchen namens Sonja und Mila, die sich mit dem Kätzchen anfreunden.

Die Tage wurden kürzer und kühler, die Nächte länger und kälter. Der Sommer neigte sich dem Ende zu, und der Herbst rückte näher. Die Sonnenstrahlen waren weniger heiß und mussten sich oft durch Wolken bahnen, um die Erde zu erreichen. Dunkle Wolken sammelten sich immer häufiger und gossen Regen auf die leicht vergilbten Blätter der Bäume und das austrocknende Gras – mal kurze Regenschauer, mal anhaltende Regenfälle.

Auch heute Morgen begann mit leichtem Nieselregen. Der ganze Himmel war von einem grauen Schleier bedeckt, und kalte Wassertropfen fielen auf die Erde. Der Wind wirbelte ab und zu gefallene Blätter auf und ließ sie wie in einem Tanz kreisen.

Die Zweitklässlerin Mila saß am Fenster und beobachtete durch die regennassen Scheiben alles, was draußen geschah. Der Regen ließ allmählich nach. Die Sonne lugte hinter den Wolken hervor und tauchte alles in helles Licht. Ein Regenbogen erschien. Er sah aus wie eine farbenfrohe Brücke, die in die Ferne führte, vor dem sich aufhellenden Himmel.

Sperlinge flogen aus ihren Verstecken, zwitscherten fröhlich und sprangen in den Pfützen herum. Mila schaute ihnen zu und lächelte. Auch ihr war danach zumute, nach draußen zu gehen.

In diesem Moment war ihre Freundin Sonja bereits auf dem Spielplatz erschienen. Und Mila, entschlossen spazieren zu gehen, bat ihre Mutter um Erlaubnis. Sie zog ihre Gummistiefel an und rannte nach draußen. Die Mädchen begrüßten sich freudig.

Sie gingen zusammen durch die Pfützen, Spritzer flogen überall hin, und Sonja und Mila lachten fröhlich und sprangen herum, ohne Angst, ihre Füße nass zu machen.

Plötzlich blieben sie stehen und lauschten. Unter den Stufen der hölzernen Laube auf dem Spielplatz ertönte ein kläglich Miauen. Die Mädchen blickten sich an und rannten wie auf Kommando dem Laut entgegen. In diesem Moment erschien unter den Stufen der Laube ein niedliches Kätzchen-Gesicht, und dahinter das Tier selbst. Es war ein graues Kätzchen mit hellblauen Augen.

Sein Fell war leicht nass. Es streckte den Rücken und wölbte sich, um das Wasser abzuschütteln. Das Fell sträubte sich und es sah aus wie ein grauer Wattebausch. Die Mädchen kreischten vor Überraschung, da Spritzer vom Kätzchen auch auf sie flogen. Dann lachten sie entzückt über seine Niedlichkeit.

Das Kätzchen zog sich zusammen und miaute erneut kläglich.

Du hast wohl Hunger.

Sagte Mila.

Ich bringe dir Wurst.

Oder vielleicht hast du Durst.

Vermutete Sonja.

Ich bringe dir Milch.

Und die Mädchen rannten jede zu sich nach Hause. Nachdem sie ihren Müttern von ihrem Fund erzählt hatten, holten sie Essen und Getränke und kehrten nach draußen zurück. Das Kätzchen wartete geduldig an der gleichen Stelle. Mila gab ihm eine Wurst, Sonja stellte eine Schale mit Milch hin. Es aß und trank alles mit großem Appetit. Es schien sehr hungrig zu sein. Danach setzte es sich hin und begann sich zu waschen. Was für ein ordentliches und sauberes Kätzchen.

Nachdem es sich zurechtgemacht hatte, begann es zu laufen und zu spielen. Das kleine Kätzchen kletterte auf einen Baum, kam dann wieder herunter, spielte mit einem gefallenen Blatt und bewegte es mit seinen kleinen Pfötchen. Dann jagte es einer Libelle nach, in der Hoffnung, sie an ihren durchsichtigen Flügeln zu fangen.

Aber die Libelle flog nach oben, und das Kätzchen, das die Flugbahn falsch berechnet hatte, fiel plötzlich auf alle vier Pfoten zu Boden. Die Mädchen spielten gerne mit ihm und hatten großen Spaß.

In diesem Moment ertönte ein lautes:

Miau-miau!

Eine große Katze, genauso grau wie das Kätzchen, näherte sich ihm und miaute laut. Das Kätzchen sah sie verwirrt an und rannte ihr entgegen. Die Katze leckte es übers Gesicht und miaute wieder etwas.

Es stellte sich heraus, dass das Kätzchen allein spazieren gegangen war und seine Mutter nicht informiert hatte, und sie schimpfte jetzt mit ihm. Jetzt hatte sie es gefunden und führte es nach Hause. Und beide winkten den Mädchen zum Abschied mit ihren buschigen Schwänzen.

In diesem Moment ertönte aus zwei benachbarten Häusern:

Mila!

Sonja!

Das waren die Mütter der Mädchen, die ihre Töchter nach Hause riefen. Der Abend näherte sich, und die Mädchen mussten noch ihre Hausaufgaben machen und Bücher lesen. Sonja und Mila verabschiedeten sich voneinander und gingen, zufrieden mit ihrem Spaziergang, nach Hause. Und im Gegensatz zum Kätzchen fragten sie ihre Eltern immer um Erlaubnis, wenn sie nach draußen gingen.

Lest Märchen und auch ihr werdet eure Mütter gehorchen und ordentlich und aufmerksam sein.

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Das Märchen Zwei Mädchen und ein Kätzchen ist im FB2-Format für Telefone, Tablets, Computer und E-Book-Reader verfügbar.
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