Draußen wärmte die Frühlingssonne, und die kleine Nadia wollte mit ihren Freunden spielen und ging lächelnd zu ihrer Mama.
Darf ich zu den Kindern in den Hof gehen?
fragte Nadia aufgeregt.
Natürlich, meine Liebe, aber zieh deine Strickjacke an. Der Wind ist kühl und du könntest dich erkälten.
antwortete die Mama fürsorglich.
Gut, Mama.
freute sich das Mädchen.
Schnell lief sie die Treppe im Treppenhaus hinunter, und Nadia war im Hof, wo sich schon die Kinder versammelt hatten.
Lasst uns Verstecken spielen!
rief ein Junge mit schönen Sommersprossen.
Ja, lasst uns!
stimmten die anderen fröhlich zu.
Nadia wollte sich so gut verstecken, dass sie niemand finden konnte, und da gefiel ihr ein Baum, hoch und mächtig. Als sie hinaufkletterte, blieb sie versehentlich mit ihrer Strickjacke an einem Ast hängen, und von dem schönen Kleidungsstück riss ein Knopf ab.
Nicht schlimm! Die Strickjacke ist auch so schön!
dachte Nadia.
Nach ausgiebigem Spielen ging das Mädchen nach Hause. Nach dem Abendessen schlief sie bald ein, und sie hatte einen seltsamen Traum. Nadia saß auf einer Bank, und plötzlich hörte sie Schluchzen und leises Weinen. Sie ging dorthin, woher diese Geräusche kamen. Als sie zum Baum ging und ihre Augen auf die leicht sichtbare Wurzel der mächtigen Pflanze senkte, sah sie einen kleinen Knopf.
Er schien lebendig geworden zu sein, sein Weinen ließ Nadia den Knopf fragen:
Was machst du hier? Warum weinst du? Wer hat dich beleidigt?
Ich habe mich verlaufen. Meine Brüder und Schwestern sind jetzt weit weg, und ich bin hier geblieben. Wie soll ich jetzt ohne sie leben.
Hast du denn Brüder und Schwestern?
fragte Nadia nachdenklich.
Ja!
antwortete der Knopf schluchzend.
Wir sehen uns doch alle so ähnlich.
flüsterte das runde Ding traurig.
Und wie bist du hier unter diesem Baum gelandet?
ließ Nadia nicht locker.
Ich habe so fröhlich gespielt, mich gedreht und gedreht und ... bin abgerissen. Und niemand hat mich aufgehoben. Meine Familie ist weit weggefahren und ich werde sie nie wiedersehen.
sagte der Knopf traurig.
Wie kann das sein?
rief Nadia verwirrt.
So ist es eben! Niemand wird mir helfen.
seufzte der Knopf.
Nadia hörte das Weinen des Knopfes immer leiser und leiser, und schließlich verschwand es ganz.
Als sie aufwachte, flüsterte sie krampfhaft: — Ich bin daran schuld, dass der Knopf seine Familie verloren hat, ich muss ihm helfen.
Sie sprang aus dem Bett und rannte eifrig in die Küche, wo die Mama bereits das Frühstück für ihre Tochter zubereitete.
Mama, ich muss dringend nach draußen!
rief Nadia.
Warte, Sonnenschein, das geht nicht, du musst dich erst waschen, frühstücken und dann erst in den Hof gehen.
Aber Mama!
widersprach das Mädchen, aber als sie in Mamas Augen schaute, verstand sie, dass es sinnlos war, mit ihr zu streiten.
Nachdem sie sich gewaschen und die leckeren Köstlichkeiten gegessen hatte, die Mama zubereitet hatte, ging Nadia schnell nach draußen. Sie lief zu dem Baum, auf dem sie gestern vor ihren Freunden versteckt war und den sie im Traum gesehen hatte, und begann etwas außer Atem zitternd, den Knopf zu suchen.
Wo ist er denn, ich war doch gestern hier?
flüsterte Nadia aus Angst, den Knopf nicht zu finden.
Ach ja! Ich habe ihn doch dorthin geworfen, weiter weg.
erinnerte sich das Mädchen.
Sie rannte vom Baum weg und begann eine lange Suche nach dem Knopf. In ihren Ohren hallte das Weinen des Knopfes wider, das sie im Traum gehört hatte. Sie hatte solche Angst, dass sie ihren Verlust nicht finden würde, aber da fiel ihr Blick auf einen kleinen Zweig, der nachlässig auf dem Boden lag. Als sie ihn zur Seite schob, sah Nadia das ersehnte Stück.
Da ist er! Jetzt werde ich dir helfen.
freute sich Nadia.
Als sie nach Hause lief, dachte Nadia betrübt: — Aber wie helfe ich dem Knopf, ich kann doch nicht nähen.
Mama, ist Nähen schwierig?
fragte die Tochter.
Nein. Man muss nur fleißig und sorgfältig sein. Dann klappt alles.
antwortete die Mama ruhig.
Bring mir das Nähen bei!
erklärte Nadia selbstbewusst.
Nähen? Na gut, setz dich an den Tisch, ich hole gleich die Schatulle mit den Nähsachen.
murmelte die Mama erschrocken.
Die Mama ging ins Zimmer, und Nadia rückte ihren Stuhl an den Tisch und wartete ungeduldig auf die Nähstunde.
Als sie die Schatulle öffnete, eröffnete sich vor Nadias Augen eine zauberhafte Welt der Näharbeiten. Da waren Fäden, die im Licht schimmerten, und Nadeln, ordentlich in ein kleines Kissen gesteckt, und eine große Schere und viele verschiedene Bänder und Perlen.
Na dann, fangen wir an!
sagte die Mama fröhlich.
Sie saßen lange am Tisch, Nadia versuchte verzweifelt, nähen zu lernen, und dachte ständig an den unglücklichen Knopf. Sie wollte dem armen Ding so sehr helfen, aber leider klappte nichts, der Faden gehorchte dem Mädchen nicht, die Nadel stach, und die Schere war überhaupt schwer in den Händen zu halten.
Nach langen Qualen gelangen Nadia endlich gleichmäßige Stiche, und sie nähte schnell den Knopf an die Strickjacke.
Wie gut, dass ich nähen gelernt habe! Und vor allem habe ich dem Knopf geholfen, jetzt ist er bei seinen Lieben.