Unsere Neujahrsgeschichte spielte sich nicht irgendwo ab, sondern im verzaubersten Wald ab, genauer gesagt in einer Schule für kleine Tiere.
Der Weihnachtsmann beschloss, ein Fest für die Tiere zu veranstalten. Das Häschen und das Bärchen hörten davon. Übrigens waren sie schon seit ihrer Kindheit befreundet, und das nur, weil sie in benachbarten Höhlen aufwuchsen.
Da sagte das Häschen:
Stell dir vor, Mischka, wie schön, dass der Weihnachtsmann ein Fest veranstaltet.
Vor Freude trommelte es sogar mit den Pfoten auf den Tisch.
Alle werden singen, sich freuen und sich gegenseitig Geschenke machen. Und ich habe dir übrigens schon ein Geschenk vorbereitet.
Bei diesen Worten prahlte das Häschen.
Das Bärchen hingegen wurde traurig, ließ es sich aber nicht anmerken.
Aber ich habe mir auch schon überlegt, was ich dir zum Neujahr schenke.
Es stimmte zu.
Dann werden wir auf dem Fest richtig Spaß haben.
Und die Freunde gingen nach Hause und diskutierten bis zur Tür über ihre Karnevalskostüme. Die Freunde vereinbarten, sich nicht als irgendwelche Märchenfiguren zu verkleiden, sondern einfach als sich selbst. Denn sie waren wirklich beste Freunde.
Zu Hause angekommen, setzte sich das Bärchen hin und dachte intensiv nach.
Das beunruhigte seine Mutter, die Bärin, und sie fragte ihn:
Warum bist du so traurig, Mischka, ist etwas passiert?
Und das Bärchen erzählte ihr alles: wie der Weihnachtsmann beschlossen hatte, in ihrer Schule ein Fest zu veranstalten; wie er und das Häschen beschlossen hatten, sich gegenseitig zu verkleiden, und wie er sich nicht vorstellen konnte, was er seinem Freund schenken könnte, obwohl dieser sein Geschenk schon lange vorbereitet hatte.
Mach dir keine Sorgen, Mischka, sondern frag lieber alle deine Freunde, vielleicht können sie dir einen Rat geben.
Die Bärin versuchte, ihn zu beruhigen.
Damit war es beschlossen. Die Bärin fütterte das Bärchen mit einem leckeren Mittagessen und ließ es spielen gehen.
Das Bärchen überlegte lange, zu wem es gehen sollte. Nach langem Überlegen beschloss es, zuerst zum Eichhörnchen zu gehen. Nun ja, denn es ähnelt dem Häschen sehr. Es ist genauso flink und springt ständig herum, vielleicht kann es mir einen Rat geben, was ich meinem Freund schenken kann.
Hallo, Eichhörnchen.
Das Bärchen grüßte höflich.
Hilf mir bitte, ein Geschenk für das Häschen auszudenken.
Oh, das ist doch nicht schwer.
Antwortete das Eichhörnchen fröhlich.
Schenk ihm viele Tannenzapfen oder Nüsse.
Danke dir, aber ich denke, das ist nicht das, was sich das Häschen zum Neujahr wünscht.
Es dankte dem Eichhörnchen aufrichtig, aber irgendwie betrübt.
Das Bärchen wagte sogar, zum Wolf zu gehen, so sehr wollte es seinen Freund mit einem Geschenk erfreuen:
Verehrter Wolf, was würdest du einem Freund schenken?
Ö-ö-öh.
Der Wolf rollte träumerisch mit den Augen.
Ich würde ein kleines, fettes Schweinchen schenken.
Das Bärchen erschrak und rannte davon. Es verstand, dass es hier auch keinen Rat bekommen würde. Es musste weitergehen.
Und es beschloss, zum Fuchs zu gehen:
Sie versteht sich sicher auf Geschenke.
Dachte es.
Als es den Fuchs endlich fand, platzte es sofort heraus:
Füchsin, was würdest du deinem Freund schenken?
Das ist doch sehr einfach.
Sie lachte über das Bärchen.
Ich würde einen schönen Spiegel schenken, um sich darin zu bewundern, und einen Kamm, um das Fell in Ordnung zu halten.
Danke dir, Füchsin.
Das Bärchen dankte ihr, weil es sehr höflich war, und ging weiter.
Es überlegte, zu wem es noch gehen könnte, verstand aber, dass das alles sinnlos war. Jeder riet zu dem Geschenk, das er sich selbst wünschen würde, und keines davon passte zum Häschen.
Das Bärchen wurde ganz traurig und niedergeschlagen, es blieb ihm nur noch eine Möglichkeit, ein Geschenk für seinen Freund auszudenken.
Ich gehe zur Schneekönigin.
Rief es aus.
Sie wird mir bestimmt helfen.
Es ging und ging, und plötzlich erschien hinter den Bäumen das Häuschen des Weihnachtsmanns, und zum Glück stand die Schneekönigin gerade auf der Veranda und plauderte mit den Schneemännern. Sie bemerkte das Bärchen schon von weitem.
Hallo.
Sie grüßte.
Ich kenne dein Problem schon, ich habe auf dich gewartet, komm, der Weihnachtsmann und ich haben schon lange ein Geschenk für das Häschen ausgedacht.
Wie glücklich war das Bärchen, als sich das Geschenk als riesige Spielzeugmöhre herausstellte.
Und endlich kam der Tag des Neujahrsfesters. Das Häschen schenkte dem Bärchen einen Topf mit leckerem Honig und freute sich riesig, als es sein Geschenk sah.
Jetzt kann ich die Möhre nicht nur essen, sondern auch umarmen, statt eines Kissens, und mit ihr spielen.
Es konnte seine Begeisterung nicht verbergen.
So verbrachten die Freunde nicht nur das Schulfest wunderbar, sondern erfreuten sich auch gegenseitig mit ihren Geschenken, und das nur, weil sie sich so viel Mühe gaben, sie auszuwählen.
Lest Märchen und ihr werdet immer wissen, was ihr einem Freund zum Neujahr schenken könnt!