Eines Tages machte das Wolfsjunge seine zotteligen Pfötchen schmutzig.
Mama Wölfin sah das und sagte zu ihm:
Mein Schatz, wasch dir die Pfötchen.
Ich will nicht, ist doch gut so.
Antwortete das Wolfsjunge.
Das Wolfsjunge ging im Wald spazieren und sah das Füchslein auf einer Lichtung sitzen, das mit einem Ball spielte und einen Abzählreim aufsagte:
«Mein fröhlicher bunter Ball,
Wohin springst du überall?
Gelb und rot und himmelblau,
Ich komm nicht mit, das weiß ich genau!»
Füchslein, Füchslein, lass uns zusammen spielen!
Sagte das Wolfsjunge.
Natürlich, zu zweit macht es viel mehr Spaß.
Freute sich das Füchslein.
Aber was war das? Kaum hatte das Wolfsjunge den Ball berührt, blieben Spuren von seinen schmutzigen Pfötchen darauf zurück.
Nein, ich will nicht mit dir spielen. Deine Pfötchen sind so schmutzig, dass sie meinen Lieblingsball verschmutzt haben.
Sagte das Füchslein.
Das Wolfsjunge ging weiter, kam zum Fluss, und dort ließ die Schildkröte ein weißes Schiffchen auf dem Wasser schwimmen und rezitierte ein Gedicht:
«Matrosenmütze, Seil in der Hand,
Zieh ich mein Schiffchen am Uferrand.
Frösche hüpfen hinter mir her,
Bitten mich: ‚Kapitän, nimm uns mit übers Meer!'»
Als die Schildkröte das Wolfsjunge am Fluss sah, rief sie ihm zu:
Hey, Wolfsjunge, komm und spiel mit mir!
Doch kaum hatte das kleine Wolfsjunge das weiße Schiffchen in die Pfoten genommen, machte es das Schiffchen schmutzig, denn seine Pfötchen waren ja dreckig. Er musste das Schiffchen der Schildkröte zurückgeben. Traurig schlurfte das Wolfsjunge nach Hause.
Mama, niemand will mit mir spielen. Warum?
Sagte das Wolfsjunge und konnte die Tränen kaum zurückhalten.
Komm her, mein Kleiner, ich erzähle dir alles über Wasser und Seife, dann wirst du es verstehen.
Und Mama Wölfin begann zu erklären.
Warum wäscht Wasser den Schmutz weg? Vielleicht trägt es ihn einfach mit sich fort, wie ein Fluss einen Holzspan wegträgt? Probier es aus. Halte deine schmutzigen Pfötchen unter den Wasserhahn. Sind sie dadurch sauber geworden?
Ich fürchte nein. So wäscht sich nämlich niemand. Wenn wir uns waschen, reiben wir immer eine Pfote an der anderen. Und wozu? Um den Schmutz abzureiben, abzukratzen. Und wenn der Schmutz abgekratzt ist, kann das Wasser ihn leicht wegspülen. Aber da haben wir eine Sache vergessen, ohne die es schwer ist, den Schmutz abzuwaschen. Was ist das wohl?
Seife!
Antwortete das Wolfsjunge.
Wenn wir uns ohne Seife waschen würden, hätten wir immer schmutzige Pfötchen. Seife ist der größte Feind des Schmutzes. Wie macht sie das? Lass uns nachdenken. Welche Seife wäscht besser – die, die viel Schaum macht, oder die, die kaum schäumt?
Fuhr Mama Wölfin fort.
Wahrscheinlich die, die mehr Schaum macht.
Antwortete das Wolfsjunge.
Richtig, mein Schatz. Also liegt es am Schaum! Und was ist Schaum? Schau ihn dir genau an. Er besteht ganz aus kleinen Seifenblasen, die in der Sonne schimmern, aus kleinen Luftballons, deren Hülle aus Wasser gemacht ist. Und diese Bläschen schnappen sich den Schmutz und tragen ihn fort. Die Schmutzpartikel kleben an den Schaumbläschen, und den Schaum kann man dann ganz leicht abspülen.
Also sind Seifenblasen nicht nur zum Spielen da. Sie helfen den Pfötchen und dem Gesicht, wieder sauber zu werden.
Genau, mein Lieber. Wasch dir jetzt deine Pfötchen, dann wird dich niemand mehr Schmutzfink nennen und alle werden gerne mit dir spielen.
Sagte Mama Wölfin zu ihrem Söhnchen.
Das Wolfsjunge freute sich:
Ich hab's verstanden! Mit einem Schmutzfink will niemand befreundet sein.
Und er rannte los, um seine zotteligen Pfötchen zu waschen.
Lest Märchen und ihr werdet immer wissen, wie man nicht nur sauber, sondern auch ordentlich sein kann.