Es war einmal ein kleines Mädchen namens Mia. Zusammen mit ihrer Mama ging sie oft zum Einkaufen, und wenn sie an der Spielzeugabteilung vorbeikamen, blieb sie wie gebannt stehen und schaute sich die schönen Puppen, die großen Baukästen und die Kuscheltiere an.
Und so geschah es wieder einmal, als Mama und Tochter zum Laden gingen, dass Mia einen wunderschönen Plüschpanda sah. Er war riesig, schwarz-weiß, flauschig und schaute Mia an, als wäre er lebendig, und lächelte sie an. Mia wünschte sich so sehr, dass dieses Wunder bei ihr zu Hause, in ihrem Zimmer, einziehen würde. Zumal bald ihr Geburtstag war, und das war genau das Geschenk, das sie sich zu diesem lang ersehnten, magischen Fest so sehr wünschte.
Das Mädchen fing an zu weinen und bat ihre Mama, ihr dieses Spielzeug sofort zu kaufen. Aber Mama hatte so viele Taschen in den Händen, und nach den Einkäufen war auch kein Geld mehr übrig, und so versprach sie ihrer Tochter, dass sie ihr dieses Spielzeug etwas später kaufen würde, an Mias Geburtstag.
Als sie nach Hause kamen, konnte das Mädchen den schönen Panda, den sie im Schaufenster gesehen hatte, nicht vergessen.
Mia ging noch einmal zu ihrer Mama und sagte:
Mama, könnten wir nicht jetzt gleich hingehen und dieses wunderbare Spielzeug kaufen? Morgen könnte es doch ein anderes Mädchen bekommen, und dann bleibe ich ganz ohne Geschenk.
Mein Sonnenschein, wir werden dir diesen Panda ganz bestimmt kaufen, wenn dein Geburtstag kommt. Jetzt ist es draußen Nacht, das Geschäft ist schon geschlossen.
Mia schaute ihre Mama traurig an und ging in ihr Zimmer. Und da beschloss Mia, zum Laden zu gehen und das Spielzeug selbst zu kaufen. Natürlich würde sie jetzt nirgendwohin gehen, draußen war es Nacht, aber morgen würde das Mädchen sich bestimmt etwas einfallen lassen und sich auf den Weg zu ihrem Traum in den Spielzeugladen machen.
Der Morgen kam, und Mama brachte Mia in den Kindergarten. Wie üblich lernten die Kinder in der Gruppe den ganzen Tag schreiben, lesen, rechnen, bastelten verschiedene Dinge und spielten mit Spielzeug. Und dann kam die Zeit für den Mittagsschlaf. Alle Kinder zogen ihre niedlichen Schlafanzüge an, legten ihre Sachen auf die Stühlchen und legten sich in ihre Bettchen. Auch Mia machte es sich bequem, um schnell einzuschlafen, aber der schöne Plüschpanda ging ihr nicht aus dem Kopf.
Ohne lange zu überlegen, und als sie sah, dass alle Kinder schon fest in ihren Bettchen schliefen, beschloss Mia, ganz leise und unbemerkt unter der Decke hervorzukriechen und sich auf den Weg zu ihrem Traum in den Spielzeugladen zu machen. Unbemerkt an der Erzieherin vorbeigeschlüpft, machte sich das Mädchen auf den bekannten Weg zum Laden, wo sie mit ihrer Mama oft gewesen war. Lange lief Mia den Weg entlang, aber sie konnte einfach nicht die Auslage mit den vielen bunten Spielzeugen finden.
Und dann wurde es Abend, draußen wurde es ganz kalt und fast dunkel. Mia bekam Angst und beschloss doch, in den Kindergarten zurückzukehren, damit sie nicht geschimpft würde. Aber als sie sich umdrehte, merkte das Mädchen, dass sie sich verlaufen hatte. Keine der Läden und anderen Häuser, die sie jetzt umgaben, hatte das Mädchen vorher gesehen, deshalb wusste sie nicht, in welche Richtung sie gehen sollte.
Mia geht, weint, und plötzlich kommt eine Oma zu ihr und fragt:
Mädchen, warum läufst du abends allein auf der Straße herum? Wo ist deine Mama?
Ich habe mich verlaufen. Ich habe meinen Lieblingsspielzeugladen gesucht und bin wohl daran vorbeigelaufen. Jetzt weiß ich nicht, wohin ich gehen soll.
Antwortete Mia.
Lass uns das mal klären. Wie heißt du?
Fragte die Oma.
Mia.
Und mit wem lebst du?
Mit meiner Mama.
Gehst du zur Schule oder in den Kindergarten?
Ja, ich gehe in den Kindergarten.
Wie heißt er?
Mein Kindergarten heißt "Erdbeere", und ganz in der Nähe ist unser Haus, wo Mama und ich wohnen.
Na gut, ich weiß, wo das ist. Komm, ich bringe dich zum Kindergarten, und dort werden wir das klären.
Nach einiger Zeit kamen Mia und die Oma schon beim Kindergarten an. Und plötzlich sah Mia ihre Mama, die auf der Treppe saß und bitterlich weinte.
Mia rannte zu ihr und rief laut:
Mama, Liebste, ich bin hier, weine nicht!
Töchterchen, wo warst du? Ich finde keine Ruhe!
Antwortete die verweinte Mama und rannte Mia entgegen.
Mama, ich wollte so sehr diesen schönen Panda haben, den wir im Laden gesehen haben, dass ich beschloss, ihn mir auf jeden Fall zu kaufen. Ich bin allein aus dem Kindergarten weggegangen und habe mich auf den Weg gemacht, aber ich habe mich verlaufen. Diese liebe Oma hat mir den Weg gezeigt und mich hierher gebracht. Draußen war es so schrecklich, überall fremde Leute, es wurde ganz kalt, und ich dachte, dass ich dich nie wieder sehen würde! Mama, ich hatte solche Angst, schimpf nicht mit mir, bitte, ich werde das nie wieder tun!
Mama umarmte das Mädchen und trocknete die Tränen. Am nächsten Tag gingen sie zusammen zum Laden und kauften genau den Panda, der dem Mädchen so gut gefallen hatte. Von diesem Tag an ging Mia nie wieder ohne Erlaubnis ihrer Mama auf die Straße, sie hielt immer ihre Hand und lief nicht weg.
Und wenn Mia sich etwas sehr stark wünschte, dann erzählte sie es ihrer Mama, und sie gingen zusammen zu dem Spielzeug, das ihr gefiel. Das Mädchen verstand, dass sie sich eines schönen Tages für immer verlaufen und ihre geliebte Mama und ihre Freunde aus dem Kindergarten, mit denen sie so fröhlich spielte, nie wieder sehen könnte, wenn sie einfach so wegläuft.