In der Ferne waren schöne Ziegeldächer zu sehen, und die Kräfte des kleinen Welpen Rex waren am Ende. Aber der Wunsch zu Mittag zu essen war so groß, dass er sich zusammennahm und seinen Schritt beschleunigte.
Da man ein Mittagessen nur im Dorf oder in der Stadt von mitleidigen Menschen bekommen konnte, machte er sich auf den Weg zur nächstgelegenen Siedlung.
Es stellte sich heraus, dass es ein kleines Dorf mit gepflegten Straßen war, bepflanzt mit schönen und duftenden Blumen. Über ihnen schwirrten Bienen und Schmetterlinge flatterten umher.
Einer der Schmetterlinge setzte sich auf Rex' Nase, und er begann, ihn mit der Pfote wegzuschlagen. Aber der Schmetterling spielte förmlich mit Rex, flog mal weg, näherte sich wieder und kitzelte seine Nase mit seinen Flügeln. Zuerst war er verärgert, aber dann merkte er selbst nicht, wie er sich in dieses Spiel verwickelte. Rex ging die Straße entlang, und der Schmetterling flog neben ihm. So begann ihre Freundschaft.
Als er den Geruch von gebratenem Fleisch wahrnahm, atmete Rex tief ein und ging langsam diesem Aroma nach. Er sah einen großen Ofen und daneben einen Koch, der ein Gericht in einer riesigen Pfanne umrührte. Jämmerlich winselnd schaute Rex ihm fragend direkt in die Augen.
Dieser lächelte und sagte:
Was, hungrig? Na, komm her, hier hast du einen Knochen!
Rex wedelte dankbar mit dem Schwanz und begann, den Knochen zu nagen, nachdem er ihn ergriffen hatte. Und der Schmetterling setzte sich währenddessen auf eine blühende Margerite in der Nähe und begann, ihren Nektar zu trinken. So hatte jeder von ihnen sein eigenes Mittagessen.
Nachdem er das Mahl beendet hatte, machte sich Rex wieder auf den Weg, aber nun nicht mehr allein. Bei ihm war jetzt seine Freundin Schmetterling. Sie beschlossen, zum Bach zu gehen, um klares und kaltes Wasser zu trinken. Sie stiegen vom Hügel ins Tal hinab und fanden sich direkt am Wasser wieder. Es war klar und lockte mit seiner Kühle.
Als er sich tief hinabbeugte, konnte Rex sogar den Grund des Baches sehen. Und dort, welch Wunder! Auf dem Grund der Quelle schwamm ein sympathischer Wasserfrosch. Er sprang aus dem Wasser und lächelte fröhlich den Welpen und den Schmetterling an.
Hallo.
Sagte Rex.
Du bist so nett und freundlich. Wir reisen hier mit dem Schmetterling. Möchtest du dich uns anschließen?!
Tolle Idee, danke für die Einladung. Ich nehme sie gerne an.
Sagte der Frosch.
Sie ließen sich am Ufer des Baches nieder und veranstalteten einen Wettbewerb für die beste Zeichnung.
Der Welpe Rex zeichnete ein schönes Haus, der Schmetterling eine sanfte Sonne und der Frosch grünes Gras und ausladende Bäume. Es entstand ein richtiges Bild.
Lasst uns.
Sagte der Schmetterling.
Es hier im Sand lassen. Vielleicht möchte jemand unsere Zeichnung ergänzen.
Rex und der Frosch stimmten zu. Und mit einem traurigen Blick auf ihr Werk machten sie sich weiter auf den Weg, nun zu dritt.
In der Ferne war ein kleiner Wald zu sehen, die Freunde beschlossen, direkt dorthin zu gehen. Denn genau von dort kam ein so wunderbarer Vogelgesang, dass sie mit eigenen Augen sehen wollten, wer so schön sang.
Der Wald kam immer näher, und der Gesang wurde stärker und klarer. Unter einem Baum stehen bleibend, hoben die Reisenden ihre Köpfe und sahen einen kleinen unscheinbaren Vogel. Es war seine klangvolle und geheimnisvolle Stimme, die sie in Richtung des Waldes gelockt hatte.
Und der Vogel hieß Nachtigall. Und da Nachtigallen abends und nachts singen, wurde den Freunden klar, dass es Zeit war, einen Schlafplatz zu suchen. Sie hatten gar nicht bemerkt, wie schnell der Tag vergangen war und es zu dämmern begann.
Nachdem sie der Nachtigall für das wunderbare Lied gedankt hatten, machten sie sich auf die Suche nach einem gemütlichen Plätzchen zum Übernachten. Plötzlich bewegte sich etwas unter einem großen Baumstumpf. Etwas erschrocken sprangen Rex, Schmetterling und Frosch zur Seite. Und dann erschien ein kleines Gesicht mit einer spitzen Nase. Es war ein Igel…
Hallo zusammen!
Sagte er fröhlich.
Wohin geht die Reise bei Nacht?
Na ja, wir würden gerne einen Platz zum Übernachten finden. Wir sind vom Tag müde, und die Nacht naht.
Sagte Rex.
Dann habt ihr Glück, dass ihr mich getroffen habt. Ich helfe euch gerne. Seht ihr diesen großen Baumstumpf? Das ist mein Haus. Ich wohne hier. Und es gibt viel Platz darin, für alle reicht es. Macht es euch bequem, bitte, wo immer es euch passt, es wird warm und gemütlich sein.
Der Schmetterling setzte sich auf einen Zweig – einen Auswuchs des Stumpfes. Der Frosch versteckte sich unter einer aus der Erde ragenden Wurzel, und Rex legte sich an die Schwelle wie ein echter Wächter. Der Igel nahm auch seinen gewohnten Platz ein.
Im Wald wurde es ganz dunkel, nur die Sterne funkelten am Himmel, und der helle Mond schien. Die Freunde machten es sich bequem und schliefen fest ein, um am Morgen frisch und ausgeruht aufzuwachen. Und um an einem neuen Tag zu einer neuen faszinierenden Reise aufzubrechen.
Lest Märchen, und euer Herz wird warm und angenehm sein!