In einem fernen Reich, genauer gesagt in einem fernen Königreich, lebten einmal ein König und eine Königin. Das Königreich war klein, blühend, gepflegt und wohlhabend, kurz gesagt. Alle Probleme waren bereits vom Urgroßvater des jetzigen Königs gelöst worden.
Aber ein Problem konnte der Urgroßvater nicht lösen, da es erst kürzlich aufgetreten war, nach der Hochzeit des jetzigen Monarchen. Sie haben sicher schon erraten, dass das königliche Paar keine Kinder hatte.
Die Königin versuchte, diese heikle Angelegenheit auf ihre eigene Weise zu lösen. Sie unternahm jeden Abend lange Spaziergänge in der Hoffnung, einer guten Hexe zu begegnen, die ihr ein hübsches Souvenir schenken würde. Sie würde es unter ihr Kissen legen, und nach 9 Monaten würde ein Thronerbe erscheinen.
Die Königin ging langsam den Weg durch den alten Schlossgarten entlang und gab sich traurigen Gedanken hin: Der tiefe Herbst war bereits angebrochen, bald würde sie wegen der Kälte und des Schnees die langen Spaziergänge beenden müssen, und die Hexe war ihr auch in diesem Jahr nicht begegnet. Die Königin setzte sich auf eine Bank, und da fiel ihr etwas auf den Kopf. Es war ein Zweig.
Die Königin war etwas überrascht, da kein Wind wehte. Sie hob den Kopf und sah ein großes Nest, in dem ein Vogel saß, der einer sehr großen Ente ähnelte. Die Königin betrachtete diesen Anblick mit Erstaunen. Nicht wegen der Größe des Nests und der Ente, sondern weil der Vogel im Oktober im Nest saß.
Plötzlich bewegte sich die Ente, und direkt in die Hände der Königin fiel ein Ei. Ein großes weißes Ei, noch warm. Die Ente flog plötzlich senkrecht auf wie ein Flugzeug von einem Flugzeugträger und verschwand mit einem pfeifenden Geräusch hinter einer Wolke. Das Nest schwankte und fiel der Königin vor die Füße. Die Königin zuckte zusammen, drückte das Ei an sich und bedeckte es mit ihren Handflächen.
Mit einem Ausdruck von Schreck und Verwirrung im Gesicht und dem Ei in den Händen erschien sie im Schloss. Der König saß am Kamin und las die „Königlichen Nachrichten