Es lebten einmal ein alter Mann und eine alte Frau. Sie lebten in einem großen, schönen Haus, das von einem hohen Zaun umgeben war. Im Haus war eine Alarmanlage installiert, und der Hof wurde von zwei riesigen Hunden bewacht – englischen Doggen. Sie hatten alles, was das Herz begehrte: ein schönes teures Auto ausländischer Herstellung, eine Yacht mit schneeweißen Segeln und einen eigenen Flugplatz, auf dem ihre persönlichen Flugzeuge und Hubschrauber standen.
Sie kauften diesen Flugplatz speziell dafür, um Eier, die von Hühnern auf ihrer eigenen Farm gelegt wurden, in alle Länder der Welt zu transportieren. Mit jedem Jahr wurde es immer mehr Hühner, denn das alte Ehepaar hatte einen brandneuen japanischen Inkubator, den sie für viel Geld kauften, als sie ins Ausland zum Urlaub flogen.
Und es gab noch eine Henne bei dem alten Mann und der alten Frau, und sie hieß Rotfeder. Der alte Mann und die alte Frau behüteten sie wie ihren Augapfel, und das nicht ohne Grund: Die Henne legte Eier, aber nicht gewöhnliche, sondern aus reinem Gold. Einmal wurde sie in einem Institut für neue Technologien nach einem einzigartigen System programmiert, denn alle ihre Daten waren ideal für das Experiment. Seitdem wurde Rotfeder zu einem echten Schatz, und dank ihr wurden der alte Mann und die alte Frau reicher als alle Reichen.
So vergingen Tag für Tag, Rotfeder legte goldene Eier, der alte Mann und die alte Frau wurden reicher, und nebenbei verkauften sie gewöhnliche Eier in anderen Ländern.
Aber Rotfeder war nicht glücklich, obwohl sie unter guten Bedingungen auf einer hochmodernen Farm mit allen Annehmlichkeiten lebte. Sie wollte so sehr Mutter werden, damit sie statt goldener Eier gewöhnliche legte, aus denen kleine, gelbe, flauschige Küken schlüpfen würden.
Wisst ihr nicht, Hühner, wie ich gewöhnliche Eier statt goldener legen kann?
Fragte Rotfeder die anderen Hühner.
Gack-gack-gack! Welche? Goldene? Legst du denn solche Eier?
Wunderten sich die Nachbarinnen.
Ja! Und der alte Mann und die alte Frau verkaufen sie und kaufen sich von dem Geld Autos und Flugzeuge. Aber ich möchte so gerne Mutter werden, damit aus meinen Eiern, aus gewöhnlichen, Küken schlüpfen. Ich würde sie überallhin mitnehmen, ihnen beibringen, mit dem Schnabel Weizen zu picken.
Antwortete Rotfeder.
Und plötzlich rief eine Henne Rotfeder leise zu:
Hey, Rotfeder, komm her. Ich habe von irgendwelchen Vitaminen gehört, den Namen kann ich mich nicht merken. Aber ich weiß, dass wenn du sie nimmst, werden dir bestimmt Küken schlüpfen, das garantiert ein wissenschaftliches Institut.
Aber wie soll ich den Namen herausfinden?
Fragte Rotfeder betrübt.
Wofür ist denn das Internet?
Wunderte sich die Henne.
Ich weiß, dass der alte Mann und die alte Frau in ihrem Haus alles haben: Fernseher, Vorhänge mit Fernbedienung und sogar einen Computer. Dort kannst du bestimmt den Namen dieser Wunder-Vitamine herausfinden.
Und dann beschloss Rotfeder, um jeden Preis ins Haus des alten Mannes und der alten Frau einzudringen und unbedingt den Namen der Vitamine herauszufinden, die ihr helfen würden, eine echte Mutter zu werden.
Der Abend kam, die Lichter im Haus erloschen, der alte Mann und die alte Frau gingen schlafen. Rotfeder wich keine Minute vom Fenster ab und wartete, bis die Nacht kam und sie in das Zimmer eindringen konnte, in dem auf einem schönen Eichentisch der ersehnte Computer stand.
Rotfeder schlich leise durch die Hintertür des Hofes, kroch unbemerkt an den Überwachungskameras vorbei und flog durch das offene Fenster, das die alte Frau immer nachts öffnete. Als sie ins Haus kam, hörte die Henne sofort lautes Schnarchen – der alte Mann und die alte Frau schnarchten und antworteten sich gegenseitig.
Oh, das bedeutet, sie schlafen fest und werden nichts hören.
Dachte Rotfeder und flog leise in das Zimmer, in dem der Computer stand. Sie drückte auf den Knopf und der Monitor schaltete sich ein. In das Suchfenster begann Rotfeder einzugeben: "Vitamine für die Geburt von Küken, Wunder-Vitamine für zukünftige Mütter...".
Und plötzlich stieß sie auf eine helle, bunte Website, auf der schöne, gelbe Küken gezeichnet waren. Rotfeder begann zu lesen, was das für Vitamine waren? Es stellte sich heraus, dass dies genau das war, was sie brauchte.
Genau solche Vitamine helfen Hühnern, Eier zu legen, aus denen nach einundzwanzig Tagen kleine Küken schlüpfen. Und da stellte sich Rotfeder die Frage, wie sie diese Vitamine bekommen würde? Vielleicht von der Farm weglaufen und alle Apotheken absuchen? Und was ist, wenn der alte Mann und die alte Frau es bemerken und sie suchen gehen, und sogar die Behörden einschalten? Nein, so würde es nicht funktionieren.
Und dann reifte in Rotfeders Kopf ein Plan – sie würde die Wunder-Vitamine mit Lieferung nach Hause bestellen, heute in unserer Welt ist alles möglich. Sie füllte schnell das Formular aus, gab die Daten des alten Mannes und der alten Frau ein und schaltete den Computer aus. Jetzt blieb nur noch eines – das Paket abzufangen, bevor es der alte Mann und die alte Frau taten.
Die Wartezeit verging wie im Flug. Der ersehnte Tag kam, das Paket wurde geliefert. Es wurde früh am Morgen gebracht, als der alte Mann und die alte Frau noch schliefen. Von diesem Moment an begann Rotfeder, die Vitamine nach Anweisung zu nehmen. Ein Monat verging, und es blieb nur noch ein Tag bis zum Ende des Kurses.
Und plötzlich flogen der alte Mann und die alte Frau auf den Hof:
Wessen Vitamine sind das?
Schrien sie und winkten mit der Packung, in der die letzte Vitamine übrig war.
Rotfeder war fast ohnmächtig geworden. Sie begann nervös zu gackern, ihre Federn sträubten sich, sie verstand, dass alles verloren war und sie den vorgeschriebenen Kurs nicht beenden konnte. Rotfeder war traurig und verabschiedete sich von ihrem Traum, Mutter zu werden.
Und am nächsten Tag, genau zu der Zeit, als Rotfeder ein goldenes Ei hätte legen sollen, legte sie ein gewöhnliches Ei. Die Henne konnte ihr Glück nicht glauben. Der alten Frau und dem alten Mann sagte die Henne, dass sie krank geworden sei und daher keine Eier legen könne. Ihr gewöhnliches Ei versteckte Rotfeder an einem abgelegenen Ort, wo es niemand je finden würde.
So legte sie jeden Tag gewöhnliche Eier, die sie selbst ausbrütete. Und plötzlich, an einem wunderschönen Tag, hörte sie ein seltsames Knacken – ein kleines Küken pickte mit seinem Schnabel die Schale auf, dann noch eines, und noch eines.
Die Zeit verging, die Küken wuchsen und begannen laut zu piepsen.
Was ist das für ein Piepsen hier?
Plötzlich schaute die alte Frau unerwartet in die Ecke, wo Rotfeder mit ihren Kindern lebte.
Was sind das für Küken? Solche haben wir im Inkubator nie gesehen!
Rotfeder hatte solche Angst um ihre Kinder! Und was ist, wenn die alte Frau sie alle wegnimmt und die Henne sie nie wiedersieht?
Aber alles kam ganz anders. Die alte Frau erbarmte sich über Rotfeder und erlaubte ihr, weiterhin mit ihren Küken zu leben. Denn zu dieser Zeit waren der alte Mann und die alte Frau so reich geworden, dass sie keine goldenen Eier mehr brauchten. So lebten alle zusammen glücklich: der alte Mann, die alte Frau und Rotfeder mit ihren Kindern.
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